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Gregor Schiemann

University of Wuppertal
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  • University of Wuppertal
    Philosophisches Seminar
    Professor
Technische Hochschule Darmstadt
PhD, 1995
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  • H. Lang, The Order of Nature in Aristotle's Physics. (review)
    Ambix. Journal for the Society for the History of Alchemy and Chemistry 2001. 2001.
    Aristotle
  •  140
    Plurale Wissensgrenzen: Das Beispiel des Naturbegriffes
    In J. Mittelstraß (ed.), Die Zukunft des Wissens. XVIII. Deutscher Kongress für Philosophie., Universitätsverlag Konstanz. 2000.
    In diesem Vortrag möchte ich die plurale Anwendbarkeit von Naturbegriffen exemplarisch nur an einem Ausschnitt des naturphilosophischen Diskurses, an der speziellen Klasse der antithetischen Bestimmungen erörtern: Die aristotelische Entgegensetzung von Natur und Technik, die cartesische von Natur und Denken und die rousseausche von Natur und Gesellschaft. Bei ihrer Rekonstruktion suche ich, Erfahrungen herauszuarbeiten, auf die sich die extensionalen Festlegungen jeweils stützen, um in erster Nä…Read more
    In diesem Vortrag möchte ich die plurale Anwendbarkeit von Naturbegriffen exemplarisch nur an einem Ausschnitt des naturphilosophischen Diskurses, an der speziellen Klasse der antithetischen Bestimmungen erörtern: Die aristotelische Entgegensetzung von Natur und Technik, die cartesische von Natur und Denken und die rousseausche von Natur und Gesellschaft. Bei ihrer Rekonstruktion suche ich, Erfahrungen herauszuarbeiten, auf die sich die extensionalen Festlegungen jeweils stützen, um in erster Näherung drei "bevorzugte Verwendungskontexte" abzugrenzen. Die Definition dieser Kontexte nehme ich mir anschließend unabhängig von den Naturbegriffen vor. Im Resultat findet vorzugsweise die aristotelische Naturdefinition in einem lebensweltlichen Kontext, die cartesische in einem subjektiven und die rousseausche in einem öffentlichen Kontext Verwendung. Bei diesen Kontexten handelt es sich um Erfahrungsbereiche, die für das Verhältnis des Menschen zur Natur von grundlegender Bedeutung sind. Die Möglichkeit, traditionelle Naturbegriffe in ihnen anwenden zu können, läßt umgekehrt darauf schließen, daß in diesen Begriffen heute noch elementare Erfahrungen zum Ausdruck kommen.
    Jean-Jacques RousseauNatureAristotleDualismRené DescartesPhilosophy of TechnologyHusserl: LifeworldH…Read more
    Jean-Jacques RousseauNatureAristotleDualismRené DescartesPhilosophy of TechnologyHusserl: LifeworldHistory of Science, MiscEpistemological Theories, Misc
  •  20
    1. Pluralität erster Stufe. Zwei Naturen und ihre bevorzugten Kontexte
    In Natur, Technik, Geist. Kontexte der Natur nach Aristoteles und Descartes in lebensweltlicher und subjektiver Erfahrung., De Gruyter. pp. 27-348. 2005.
  •  81
    Ein Erkenntnisstil neben anderen. Zur Phänomenologie lebensweltlicher und nicht lebensweltlicher Erfahrung
    In D. Ginev (ed.), Aspekte der phänomenologischen Theorie der Wissenschaft, Königshausen Und Neumann. 2007.
    Alfred Schütz' hat einen Kriterienkatalog zur Charakterisierung unterschiedlicher Erkenntnisstile entwickelt, in dem die Auszeichnung der Lebenswelt nur an wenigen, leicht korrigierbaren Stellen Eingang findet. (1. Abschnitt). Um ihn auf die Lebenswelt anzuwenden, rekurriere ich auf Husserls Bestimmung der Lebenswelt als Wahrnehmungswelt und auf das von Schütz und Thomas Luckmann entwickelte Schichtenmodell der Lebenswelt. Die Lebenswelt erscheint in der Konsequenz als sozial eingrenzbarer Konte…Read more
    Alfred Schütz' hat einen Kriterienkatalog zur Charakterisierung unterschiedlicher Erkenntnisstile entwickelt, in dem die Auszeichnung der Lebenswelt nur an wenigen, leicht korrigierbaren Stellen Eingang findet. (1. Abschnitt). Um ihn auf die Lebenswelt anzuwenden, rekurriere ich auf Husserls Bestimmung der Lebenswelt als Wahrnehmungswelt und auf das von Schütz und Thomas Luckmann entwickelte Schichtenmodell der Lebenswelt. Die Lebenswelt erscheint in der Konsequenz als sozial eingrenzbarer Kontext, der von anderen, geltungstheoretisch gleichrangigen Erfahrungen abgehoben ist. Sie bezeichnet keine kultur- oder naturumfassende Kategorie, sondern referiert auf einen beschränkten Handlungsraum (2. Abschnitt). Abschließend ziehe ich Schütz' Kriterienkatalog zur Kennzeichnung zweier nichtlebensweltlicher Erfahrungsbereiche heran, die für den modernen Ausdifferenzierungsprozeß der Erfahrung und für die phänomenologische Analyse von Erfahrungstypen eine herausragende Rolle spielen: Die experimentelle Naturwissenschaft und die Subjektivität (3. Abschnitt).
    Husserl: LifeworldThe Nature of Perceptual Experience, MiscHusserl: PerceptionPhilosophy of Social S…Read more
    Husserl: LifeworldThe Nature of Perceptual Experience, MiscHusserl: PerceptionPhilosophy of Social Science, MiscAspects of Perception, MiscThe Contents of Perception, Misc
  •  187
    Physics and Magic. Disenchanting Nature
    In J. Mildorf, U. Seeber & M. Windisch (eds.), Magic, Science, Technology and Literature, Lit. 2007.
    A widespread view of the natural sciences holds that their historical development was accompanied by a constantly widening gap between them and magic. Originally closely bound up with magic, the sciences are supposed to have distanced themselves from it in a long-drawn-out process, until they attained their present magic-free form. I would like, in this essay, to discuss some arguments in support of this plausible view. To this end, I shall begin with a definition of magical and scientific conce…Read more
    A widespread view of the natural sciences holds that their historical development was accompanied by a constantly widening gap between them and magic. Originally closely bound up with magic, the sciences are supposed to have distanced themselves from it in a long-drawn-out process, until they attained their present magic-free form. I would like, in this essay, to discuss some arguments in support of this plausible view. To this end, I shall begin with a definition of magical and scientific concepts of nature. To exemplify the gap which, over several epochs, widened between the magical and the scientific understanding of nature, I would like to examine two concepts in natural science, both assumed by physics. The first concept I select is Aristotle's concept of physis. It was fundamental to the emergence of physics, and sets its mark on thought in this field right up to the beginning of the modern period. The distinctive characteristic of the second concept of nature is negative, consisting in the elimination of the Aristotelian distinction between physis and techne. I consider Galileo Galilei to be a trail-blazer for this anti-magical position, as well as a co-founder of experimental science with his mechanical and astronomical works. As a conclusion I will say something of the relationship of magic to concepts of nature typical of the following period, both in physics and other natural sciences.
    NatureScientific ProgressHistory of PhysicsPhilosophy of Science, MiscTransparencyGeneral Philosophy…Read more
    NatureScientific ProgressHistory of PhysicsPhilosophy of Science, MiscTransparencyGeneral Philosophy of Science, Miscellaneous
  •  751
    Naturerkenntnis Und Natursein (edited book)
    with Michael Hauskeller and Christoph Rehmann-Sutter
    Suhrkamp Publishers. 1998.
    Indem dieser Band sich auf das Verhältnis von Naturerkennen und Natursein konzentriert, thematisiert er einen wesentlichen Ausschnitt aus dem weiten Spektrum von Böhmes philosophischer Arbeit. Um die Naturthematik möglichst breit zu entfalten und für Querverbindungen offenzuhalten, ist der vorliegende Band in drei Abschnitte gegliedert. Im ersten Abschnitt stehen Charakter und Reichweite der wissenschaftlichen Erkenntnis von Natur im Mittelpunkt. Der zweite Teil des Bandes stellt alternative Per…Read more
    Indem dieser Band sich auf das Verhältnis von Naturerkennen und Natursein konzentriert, thematisiert er einen wesentlichen Ausschnitt aus dem weiten Spektrum von Böhmes philosophischer Arbeit. Um die Naturthematik möglichst breit zu entfalten und für Querverbindungen offenzuhalten, ist der vorliegende Band in drei Abschnitte gegliedert. Im ersten Abschnitt stehen Charakter und Reichweite der wissenschaftlichen Erkenntnis von Natur im Mittelpunkt. Der zweite Teil des Bandes stellt alternative Perspektiven auf Natur vor. Im dritten Teil schließlich stehen der Mensch und sein Verhältnis zu sich selbst im Mittelpunkt der Untersuchungen. Inhaltsverzeichnis Krohn, Wolfgang: Wissenschaftsentwicklung zwischen Dezentrierung und Dekonstruktion. Stehr, Nico: Von den Grenzen der Macht wissenschaftlicher Erkenntnis. Schäfer, Wolf: Zweifel am Ende des Baconschen Zeitalters. Kamper, Dietmar: Wissen ist Ohnmacht. Macht ist Unwissen. Gamm, der Technik. Janich, Peter: Zeit und Natur. Kimmerle, Heinz: »Es ist Zeit, daß es Zeit wird«. Wie kann Zeit Zeit werden? Schiemann, Gregor: Natur auf dem Rückzug. Zur Relevanz der aristotelischen Unterscheidung von Natur und Technik. Hauskeller, Michael: Ist Schönheit eine Atmosphäre?. Zur Bestimmung des landschaftlich Schönen. Schmitz, Hermann: Situationen und Atmosphären. Zur Ästhetik und Onthologie bei Gernot Böhme. Rehmann-Sutter, Christoph: Über Relationalität. Was ist das »Ökologische« in der Naturästhetik? Meyer-Abich, Klaus Michael: Erinnerung an die natürliche Mitwelt. Andreas-Griesebach, Manon: Idee plus Erfahrung. Goethes Begründung eines neuen Typs von Naturwissenschaft. Engelhardt, Dietrich von: Madame de Stael über Naturphilosophie, Naturwissenschaft und Medizin in De l'Allemagne. Deneke, Michael: Schramm, Engelbert: »Soziale Naturwissenschaft«. Zwischen Sozialwissenschaften und Naturwissenschaften. Böhme, Hartmut: Enthüllen und Verhüllen des Körpers. Biblische, mythische und künstlerische Deutungen des Nackten. Lippe, Rudolf zur: Eine Logik des gestischen Wissens. Müller, Rudolf Wolfgang: Gernot Böhme - Anima naturaliter japonica. Hoffmann, Gisbert: Das menschliche Sein als mediales. Martens, Ekkehard: »Natürlich« denken?. Heideggers Pseudosokratismus als Irrationalismus. Fleischer, Helmut: Naturalität ohne Naturalismus. Zum lebensweltlichen Fundus jeder höheren Erkenntnis-Artistik. Gerhard: Technik als Medium. Grundlinien einer Philosophie.
    NatureKnowledgeNatural SciencesPerception and PhenomenologyTheories and Models, MiscThe Nature of Pe…Read more
    NatureKnowledgeNatural SciencesPerception and PhenomenologyTheories and Models, MiscThe Nature of Perceptual Experience, Misc
  •  928
    Natur im Labor. Themenschwerpunkt in Philosophia Naturalis Bd. 43, Heft 1-2. (edited book)
    with Kristian Köchy
    Klostermann.. 2006.
    Seit Beginn der frühen Neuzeit ist das naturwissenschaftliche Verfahren maßgeblich durch ein neues Konzept geprägt: das Konzept des experimentellen, gestalterischen Eingriffs in die Natur. Es geht nun nicht mehr darum, eine Geschichte der "freien und ungebundenen Natur" (Bacon) zu erzählen, die in ihrem eigenen Lauf belassen und als vollkommene Bildung betrachtet wird. Es geht vielmehr darum, der "gebundenen und bezwungenen Natur" (Bacon) vermittels der experimentellen Tätigkeit des Menschen die…Read more
    Seit Beginn der frühen Neuzeit ist das naturwissenschaftliche Verfahren maßgeblich durch ein neues Konzept geprägt: das Konzept des experimentellen, gestalterischen Eingriffs in die Natur. Es geht nun nicht mehr darum, eine Geschichte der "freien und ungebundenen Natur" (Bacon) zu erzählen, die in ihrem eigenen Lauf belassen und als vollkommene Bildung betrachtet wird. Es geht vielmehr darum, der "gebundenen und bezwungenen Natur" (Bacon) vermittels der experimentellen Tätigkeit des Menschen die Geheimnisse zu entreißen. Diese technisch-praktische Konzeption grenzt sich explizit von den klassischen kontemplativen Wissenschaftsvorstellungen der Antike ab. Wie es Kant paradigmatisch in Bezug auf Bacon formuliert hat, ist diese "Revolution der Denkart" maßgeblich durch ein gewandeltes Verständnis des Verhältnisses des Menschen zur Natur geprägt. Der Mensch als Experimentator hat für Kant nicht mehr die "Qualität eines Schülers", der sich passiv von der Natur belehren läßt und an ihrem "Leitbande" (Kant) gegängelt wird. Seine neu gewonnene Autorität verleiht ihm vielmehr den Status eines Richters, der nun die Natur nötigen kann, auf gestellte Fragen zu antworten. Die Laborforschung der modernen Naturwissenschaft ist von den Formen der alten Naturwissenschaft so weit entfernt, daß sie den Vorwurf auf sich zog, sie untersuche Artekakte, aber nicht Natur. Die grundlegenden Theorien über Natur können in der Regel nur unter den künstlichen Bedingungen des Labors aufgestellt werden. Daraus darf aber nicht geschlossen werden, die anhand von Laborphänomenen aufgestellten und getesteten Theorien handelten nicht von der Natur außerhalb der Labore. Aber ihrer exakten und detaillierten Anwendung auf Prozesse außerhalb der Labore stehen eine Fülle von Schwierigkeiten entgegen. Insofern markiert das Labor sehr wohl eine Grenze exakter Naturforschung, die für den Umgang der wissenschaftlich-technischen Zivilisation mit der Natur wichtige Konsequenzen hat. Inhalt: Kristian Köchy / Gregor Schiemann: Natur im Labor Lothar Schäfer: Die Erscheinung der Natur unter Laborbedingungen Holm Tetens: Das Labor als Grenze der exakten Naturforschung Christoph Rehmann-Sutter: Genes in Labs - Concepts of Development and the Standard Environment Kristian Köchy: Lebewesen im Labor. Das Experiment in der Biologie Jutta Weber: Mannigfaltige Techno-Naturen. Von epistemischen Modellsystemen und situierten Maschinen Thomas Sören Hoffmann: Gezeigte versus sich zeigende Natur. Eine Skizze im Blick auf das Verhältnis von Labor und Natur Klaus Michael Meyer-Abich: Laborforschung im Erkenntnishandeln der Experimentiergesellschaft. Eine holistisch-pragmatische Perspektive für die Wissenschaftstheorie.
    General Philosophy of Science, MiscellaneousKant's Scientific Work, MiscNatureScientific ProgressExp…Read more
    General Philosophy of Science, MiscellaneousKant's Scientific Work, MiscNatureScientific ProgressExperimentation in ScienceHistory of Science, MiscPrediction in ScienceEmpiricismScientific Method, Misc
  •  702
    Wahrheitsgewissheitsverlust. Hermann von Helmholtz' Mechanismus im Anbruch der Moderne. Eine Studie zum Übergang von klassischer zu moderner Naturphilosophie
    Wissenschaftliche Buchgesellschaft. 1997.
    Der Verzicht auf absolut gültige Erkenntnis, heute in den Naturwissenschaften beinahe schon selbstverständlich, ist erst jüngeren Datums. Noch im vergangenen Jahrhundert zweifelte die experimentelle Forschung kaum an der vollkommenen Begreifbarkeit der Welt. Diesen Wandel zu erkunden und aufzuzeigen ist Thema der vorliegenden Studie. Der erste Teil präsentiert verschiedene Typen neuzeitlicher und moderner Wissenschaftsauffassungen von Galilei über Newton bis hin zu Kant. Im zweiten Teil werden E…Read more
    Der Verzicht auf absolut gültige Erkenntnis, heute in den Naturwissenschaften beinahe schon selbstverständlich, ist erst jüngeren Datums. Noch im vergangenen Jahrhundert zweifelte die experimentelle Forschung kaum an der vollkommenen Begreifbarkeit der Welt. Diesen Wandel zu erkunden und aufzuzeigen ist Thema der vorliegenden Studie. Der erste Teil präsentiert verschiedene Typen neuzeitlicher und moderner Wissenschaftsauffassungen von Galilei über Newton bis hin zu Kant. Im zweiten Teil werden Entwicklung und Wandel der Wissenschafts- und Naturauffassung bei Helmholtz (1821-1895) erstmals mittels detaillierter Textanalysen einer umfassenden Rekonstruktion unterzogen. Die Relativierung des Wahrheitsanspruchs erlaubt es Helmholtz, seine Naturauffassung trotz der antimechanistischen Kritik innerhalb der Physik, die im letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts laut wurde, als Hypothese aufrechtzuerhalten. Auch gewährt die Studie eine neue Sichtweise des Verhältnisses zwischen Helmholtz und Kant, das in der Vergangenheit kontroverse Beurteilungen erfuhr.
    History of SciencePhilosophy of Physics, MiscPhilosophy of Science, General WorksHistory of PhysicsP…Read more
    History of SciencePhilosophy of Physics, MiscPhilosophy of Science, General WorksHistory of PhysicsPhilosophy of Mathematics, MiscGeometry19th Century German PhilosophyHistory of BiologyPhilosophy of Science, MiscellaneousPhilosophy of Physical Science, Miscellaneous
  •  840
    Die Hypothetisierung des Mechanismus bei Hermann von Helmholtz. Ein Beitrag zum Wandel der Wissenschafts- und Naturauffassung im 19. Jahrhundert.
    In Lorenz Krüger (ed.), Universalgenie Helmholtz: Rückblick nach 100 Jahren, De Gruyter. pp. 149-167. 1994.
    Die Entwicklung von HeImholtz' Mechanismus ist durch einen Wandel im Geltungsanspruch gekennzeichnet und läßt sich in einer noch sehr groben Übersicht in zwei Perioden einteilen. Auf die erste Periode bis etwa zum Ende der 60er Jahre werde ich im ersten Teil meines Beitrages eingehen. Hier rekonstruiere ich umrißhaft die empiristische Begründung, die Helmholtz für den Wahrheitsanspruch seiner Naturauffassung gegeben hat. Im zweiten Teil werde ich dann die wichtigsten Merkmale der im Verlauf der …Read more
    Die Entwicklung von HeImholtz' Mechanismus ist durch einen Wandel im Geltungsanspruch gekennzeichnet und läßt sich in einer noch sehr groben Übersicht in zwei Perioden einteilen. Auf die erste Periode bis etwa zum Ende der 60er Jahre werde ich im ersten Teil meines Beitrages eingehen. Hier rekonstruiere ich umrißhaft die empiristische Begründung, die Helmholtz für den Wahrheitsanspruch seiner Naturauffassung gegeben hat. Im zweiten Teil werde ich dann die wichtigsten Merkmale der im Verlauf der 70er Jahre hervortretenden Hypothetisierungstendenz charakterisieren. Abschliessend will ich in einem dritten Teil zeigen, wie Helmholtz auf der Grundlage seines gewandelten Wissenschaftsverständnisses das Programm einer mechanistischen Naturerklärung mit großem wirkungsgeschichtlichen Einfluß weiter verfolgt hat.
    19th Century German Philosophy, MiscPhilosophy of Physical Science, MiscNatural SciencesScientific R…Read more
    19th Century German Philosophy, MiscPhilosophy of Physical Science, MiscNatural SciencesScientific Realism, MiscScientific Truth
  •  1243
    Naturphilosophie
    In Hans Jörg Sandkühler & Others (eds.), Enzyklopädie Philosophie, Meiner Verlag. pp. 366-389. 2010.
  •  1219
    We are not Witnesses to a New Scientific Revolution
    In Alfred Nordmann, Hans Radder & Gregor Schiemann (eds.), Science Transformed?: Debating Claims of an Epochal Break, University of Pittsburgh Press. pp. 31-42. 2011.
    Do the changes that have taken place in the structures and methods of the production of scientific knowledge and in our understanding of science over the past fifty years justify speaking of an epochal break in the development of science? Gregor Schiemann addresses this issues through the notion of a scientific revolution and claims that at present we are not witnessing a new scientific revolution. Instead, Schiemann argues that after the so-called Scientific Revolution in the sixteenth and seve…Read more
    Do the changes that have taken place in the structures and methods of the production of scientific knowledge and in our understanding of science over the past fifty years justify speaking of an epochal break in the development of science? Gregor Schiemann addresses this issues through the notion of a scientific revolution and claims that at present we are not witnessing a new scientific revolution. Instead, Schiemann argues that after the so-called Scientific Revolution in the sixteenth and seventeenth centuries, a caesura occurred in the course of the nineteenth century that constituted a departure from the early modern origins of science. This change was characterized by the loss of certainty on the part of the scientists, by the steadily increasing importance of scientific communities (rather than individuals), and by the systematic intertwinement of scientific and societal development. As to present science, Schiemann admits that important changes have occurred, but he denies the conflation of nature and culture: even the OncoMouse is a natural organism, though a seriously damaged one.
    Scientific RevolutionsScientific ProgressTheory ChangeThe Nature of Theories, MiscScientific Change,…Read more
    Scientific RevolutionsScientific ProgressTheory ChangeThe Nature of Theories, MiscScientific Change, MiscThe Nature of ModelsHistory of Science, MiscNature of ScienceTheoretical Virtues, Misc
  •  1384
    Ambivalences et limites du concept de pitié chez Jean-Jacques Rousseau
    In L. Tengelyi & E. Escoubas (eds.), L'affect et l'affectivité de la philosophie moderne à la phénoménologie, L'harmattan. 2008.
    Jean-Jacques RousseauEmotions and FeelingsMoral EducationMoral JudgmentApplied Ethics, MiscellaneousRead more
    Jean-Jacques RousseauEmotions and FeelingsMoral EducationMoral JudgmentApplied Ethics, MiscellaneousMoral Normativity, MiscEmpathy and SympathyMoral Emotion, Misc
  •  886
    Implikationen des Energieprinzips bei Hermann von Helmholtz. Erkenntnistheoretische und naturphilosophische Voraussetzungen.
    In David J. Stump (ed.), Michael Heidelberger and Gregor Schiemann, eds. The Significance of the Hypothetical in the Natural Sciences. Berlin: de Gruyter, 2009. Pp. viii+376. $109.00 (cloth)., Max-planck-institut Für Wissenschaftsgeschichte. 2011.
    Meine Rekonstruktion von HeImholtz' Begründung der Energieerhaltung beabsichtigt, vor allem das Verhältnis von empirischen und nichtempirischen Elementen aufzuklären. Als erstes möchte ich zeigen, worin die nichtempirischen Elemente bestehen und dass Helmholtz bereits in der Einleitung, wo der selbständige Energiebegriff noch nicht entwickelt ist, an entscheidenden Stellen auf die wissenschaftliche Erfahrung Bezug nimmt. Im Gegensatz zur Transzendentalphilosophie macht Helmholtz die Geltungsbedi…Read more
    Meine Rekonstruktion von HeImholtz' Begründung der Energieerhaltung beabsichtigt, vor allem das Verhältnis von empirischen und nichtempirischen Elementen aufzuklären. Als erstes möchte ich zeigen, worin die nichtempirischen Elemente bestehen und dass Helmholtz bereits in der Einleitung, wo der selbständige Energiebegriff noch nicht entwickelt ist, an entscheidenden Stellen auf die wissenschaftliche Erfahrung Bezug nimmt. Im Gegensatz zur Transzendentalphilosophie macht Helmholtz die Geltungsbedingungen seines Mechanismus von zukünftigen empirischen Ergebnissen der Wissenschaft abhängig. Er gibt seinem Mechanismus in diesem Zusammenhang eine hypothetische Geltung, an deren bloß vorübergehenden Charakter er aber bemerkenswerterweise keinen Zweifel hegt. (1.) Im zweiten Teil gehe ich der Frage nach, in welchem Maß die mit großer Siegesgewissheit vorgetragene mechanistische Begründung in die Formulierungen des Erhaltungssatzes Eingang findet. Helmholtz verwendet mehrere Energiebegriffe. Haben diese insgesamt oder nur teilweise einen von speziellen naturphilosophischen Annahmen unabhängigen Status? Auf welche Teile der Schrift hätte sich ein Wissenschaftler im vergangenen Jahrhundert stützen können, weIcher von der Energieerhaltung, nicht aber von Helrnholtz' Mechanismus überzeugt gewesen wäre? (2.)
    Epistemological Theories19th Century Philosophy, Misc19th Century German PhilosophyScientific Method…Read more
    Epistemological Theories19th Century Philosophy, Misc19th Century German PhilosophyScientific Method, MiscEpistemic ObjectivityScientific Realism, MiscEmpiricismScientific Practice, Misc
  •  201
    Traditionslinien der Naturphilosophie
    In Was ist Natur? Klassische Texte zur Naturphilosophie., Deutscher Taschenbuchverlag. 1996.
    Natural Sciences, MiscPhilosophy of Physics, MiscellaneousGerman Idealism
  •  671
    Geschichte und Natur zwischen Differenz und Konvergenz
    In W. Küttler & J. Rüsen (eds.), Geschichtsdiskurs IV: Krisenbewußtsein, Katastrophenerfahrungen und Innovationen 1880 - 1945, Fischer. 1997.
    Das Verhältnis von Geschichts- und Naturwissenschaft ist zwischen 1880 und 1945 - dem hier zu betrachtenden Zeitraum - durch einen Differenzierungsprozeß bestimmt, in dem sich die Geschichtswissenschaft gegenüber dem verstärkten Einfuß der naturwissenschaflichen Methode auf die Erfahrungswissenschaften abzugrenzen versucht und die Naturwissenschaft von der Historizität ihrer eigenen Erkennmisse zunehmend absieht. Diese allgemeine Tendenz setzt sich jedoch bei weitem nicht ungebrochen durch. Sie …Read more
    Das Verhältnis von Geschichts- und Naturwissenschaft ist zwischen 1880 und 1945 - dem hier zu betrachtenden Zeitraum - durch einen Differenzierungsprozeß bestimmt, in dem sich die Geschichtswissenschaft gegenüber dem verstärkten Einfuß der naturwissenschaflichen Methode auf die Erfahrungswissenschaften abzugrenzen versucht und die Naturwissenschaft von der Historizität ihrer eigenen Erkennmisse zunehmend absieht. Diese allgemeine Tendenz setzt sich jedoch bei weitem nicht ungebrochen durch. Sie ist in eine komplexe Struktur von thematischen und interdisziplinären Beziehungen eingelassen, in der zahlreiche gegenläufige, kaum einheitlich zu charakterisierende Bewegungen wirksam sind. Will man sich einen Überblick über diese verwickelten Verhältnisse verschaffen, empfiehlt es sich, von einem vereinfachenden Schema auszugehen und zwischen vier disziplinären Kontexten zu unterscheiden:der Geschichtswissenschaft, dem naturalistischen Geschichtsdenken, der Naturwissenschaft und der Wissenschaftsgeschichtsschreibung der Naturwissenschaft. Entlang dieser Einteilung möchte ich thesenartig auf Aspekte der wissenschaftlichen Thematislerung von Natur und Geschichte eingehen, die mir für die geschichtstheoretischen Diskurse besonders relevant zu sein scheinen.
    Philosophy of HistoryPhilosophy of Physics, MiscellaneousNatural SciencesEmpiricismHistory, MiscHist…Read more
    Philosophy of HistoryPhilosophy of Physics, MiscellaneousNatural SciencesEmpiricismHistory, MiscHistory of Science, MiscGeneral Philosophy of Science, MiscPhilosophy of Physical Science, MiscellaneousHistorical Epistemology
  •  129
    Pluralität der Natur
    Bremer Philosophica 4. 1999.
    NatureOntological Pluralism
  •  4435
    Contexts of Nature according to Aristotle and Descartes
    The Proceedings of the Twenty-First World Congress of Philosophy 5 65-71. 2007.
    From the point of view of the history and philosophy of science, the relationship of Descartes' to Aristotle's concept of nature has not been grasped in an entirely satisfactory way. In this article, the two concepts will be subjected to a comparative analysis, beginning with the outstanding feature that both concepts of nature are characterized by a contradistinction to the non-natural: Aristotle separates nature and technology; Descartes opposes nature to thinking. My thesis is that these mean…Read more
    From the point of view of the history and philosophy of science, the relationship of Descartes' to Aristotle's concept of nature has not been grasped in an entirely satisfactory way. In this article, the two concepts will be subjected to a comparative analysis, beginning with the outstanding feature that both concepts of nature are characterized by a contradistinction to the non-natural: Aristotle separates nature and technology; Descartes opposes nature to thinking. My thesis is that these meanings have found privileged application in specific contexts of experience: the field of application especially suitable for the Aristotelian concept is the experience of everyday life, while for the Cartesian concept it is subjective experience. Historically, the relationship between meaning and experience is of help in understanding the conditions in which the two concepts arose. The topical relevance of the concepts to modern society is a consequence of the continued existence of the favored contexts of experience. Roughly stated, we sometimes still perceive in an Aristotelian way and at other times think in a Cartesian way.
    AristotleRené DescartesHistory of PhysicsDualism, MiscEpistemological Theories, MiscHistory of Scien…Read more
    AristotleRené DescartesHistory of PhysicsDualism, MiscEpistemological Theories, MiscHistory of Science, MiscArtifacts
  •  868
    Die Sprache der Natur. Über das Schicksal einer Metapher und ihre Relevanz in der Umweltdebatte
    In B. Marx (ed.), Widerfahrnis und Erkenntnis. Zur Wahrheit menschlicher Erfahrung (= Erkenntnis und Glaube. Schriften der Evangelischen Forschungsakademie NF, Band 42), Evangelische Verlagsanstalt. 2010.
    Im ersten Teil stelle ich den Niedergang der Metapher von der "Sprache der Natur" im Anschluss an die Untersuchungen von Hans Blumenberg dar. Blumenberg meint, dass der Sprachverlust der Natur bis heute anhält. Im zweiten Teil prüfe ich die Konzeption Charles Taylors, die im Verhältnis zu Blumenbergs Thesen als alternative Beschreibung angesehen werden kann. Während sich Blumenberg vor allem mit der äußeren Natur befasst, richtet sich Taylors Interesse auf die innere Natur. Zu den "Quellen des S…Read more
    Im ersten Teil stelle ich den Niedergang der Metapher von der "Sprache der Natur" im Anschluss an die Untersuchungen von Hans Blumenberg dar. Blumenberg meint, dass der Sprachverlust der Natur bis heute anhält. Im zweiten Teil prüfe ich die Konzeption Charles Taylors, die im Verhältnis zu Blumenbergs Thesen als alternative Beschreibung angesehen werden kann. Während sich Blumenberg vor allem mit der äußeren Natur befasst, richtet sich Taylors Interesse auf die innere Natur. Zu den "Quellen des Selbst" rechnet er die "Stimme der Natur", die bis in die Gegenwart wirke und in den Ökologiebewegungen zum Ausdruck komme. Der Aufmerksamkeit für die Naturzerstörung liege ein spezifisches Vermögen der modernen Identitätsbildung zugrunde. Taylors Rekurs auf die Natur ist nicht überzeugend und kann nicht als Einwand gegen Blumenbergs Auffassung gelten. Man muss das ökologische Bewusstsein nicht, wie Taylor es versucht, auf die neuzeitliche Philosophie zurückführen: Es könnte auch neueren Ursprungs sein, indem es sich erst in Auseinandersetzung mit der Umweltkrise entwickelte. Im dritten Teil frage ich, ob in der Umweltproblematik, wie sie etwa beim Klimawandel oder bei der Erschöpfung der natürlichen Ressourcen vorliegt, wieder eine Sprache der Natur vernehmbar wird.
    MetaphorEcology and Conservation Biology, MiscWordsEnvironmental Ethics, MiscClimate ChangeNaturePhi…Read more
    MetaphorEcology and Conservation Biology, MiscWordsEnvironmental Ethics, MiscClimate ChangeNaturePhilosophy of Biology, MiscTopics in Environmental Ethics, MiscEnvironmental Philosophy, Misc
  •  48
    Nanotechnologie und Naturverständnis
    In G. Hofmeister, K. Köchy & M. Norwig (eds.), Nanobiotechnologien. Philosophische, anthropologische und ethische Fragen, Alber. pp. 67-83. 2008.
    Mit diesem Beitrag möchte ich der Frage nachgehen, ob die Gegenstände, Vorhaben oder Konzeptionen der Nanotechnologie geeignet sind, zu einer tiefgreifenden Veränderung bisher vorherrschender Natur-Technik-Verständnisse zu führen. Von besonderem Interesse sind dabei nichtwissenschaftliche Auffassungen, von denen ich exemplarisch die der Lebenswelt vorstellen werde. In ihrer aristotelischen Verfassung folgt sie einer kategorialen Entgegensetzung von Natur und Technik. Natur zeichnet sich demnach…Read more
    Mit diesem Beitrag möchte ich der Frage nachgehen, ob die Gegenstände, Vorhaben oder Konzeptionen der Nanotechnologie geeignet sind, zu einer tiefgreifenden Veränderung bisher vorherrschender Natur-Technik-Verständnisse zu führen. Von besonderem Interesse sind dabei nichtwissenschaftliche Auffassungen, von denen ich exemplarisch die der Lebenswelt vorstellen werde. In ihrer aristotelischen Verfassung folgt sie einer kategorialen Entgegensetzung von Natur und Technik. Natur zeichnet sich demnach durch eine nicht auf Technik reduzierbare Selbstbewegung aus, Technik geht hingegen ganz im menschlichen Handeln auf (Abschnitt 1). Das nanotechnologische Naturverständnis läuft dem lebensweltlichen Verständnis insofern zuwider, als es keine kategoriale Abgrenzung zur Technik kennt. Es lassen sich verschiedene Naturbegriffe der Nanotechnologie unterscheiden, von denen ich zwei Gruppen hervorhebe: die naturalistische und die der Natur-Technik-Differenz (Abschnitt 2). Letztere enthält wiederum zwei Bedeutungen. Zum einen meint Natur das gesetzmäßig Verfaßte. Als solches stellt sie eine unüberschreitbare Voraussetzung und Grenze des nanotechnologisch Machbaren dar. Eine steigende Relevanz der Nanotechnologie (wie der wissenschaftlichen Technik überhaupt) würde dieser Bedeutung zu größerer kultureller Tragweite gegenüber der lebensweltlichen Entgegensetzung verhelfen (Abschnitt 3). Zum anderen bezeichnet Technik in der Nanotechnologie aber, wie auch in der Lebenswelt, das vom Menschen Hergestellte (ohne jedoch von Natur kategorial getrennt zu sein). Wegen dieser Gemeinsamkeit trägt die Nanotechnologie trotz ihrer differenten Naturauffassung zur Stützung des lebensweltlichen Technikverständnisses bei. Sie vermag unter bestimmten Bedingungen mit ihren Methoden den der lebensweltlichen Wahrnehmung nicht zugänglichen künstlichen Ursprung von nanotechnologischen Gegenständen nachzuweisen. Wenn diese Identifikation prinzipiell ausgeschlossen ist, fallen die nanotechnologischen Gegenstände der Natur zu. Ansonsten bilden sie Hybride, in denen Natur und Technik mitunter in nicht mehr auftrennbarer Verschränkung vorliegen. Diese Untrennbarkeit ist nicht spezifisch für die Nanotechnologie und setzt der Identifikation nanotechnologischer Eingriffe keine neue Grenze (Abschnitt 4). Abschließend gehe ich auf den Einfluß der Nanotechnologie auf das lebensweltliche Naturverständnis ein, d. h. auf den erwartbaren Einfluß von nanotechnologischen Produkten und die Bedeutung der Grenzen der nanotechnologischen Unterscheidbarkeit von Natur und Technik in der Lebenswelt (Abschnitt 5).
    NatureNanotechnologyPhilosophy of Technology, MiscNaturalism, MiscScientific Realism, MiscTheories a…Read more
    NatureNanotechnologyPhilosophy of Technology, MiscNaturalism, MiscScientific Realism, MiscTheories and Models, MiscThe Nature of Perceptual Experience, MiscHusserl: LifeworldEmpiricism, Misc
  •  2280
    Zwischen klassischer und moderner Wissenschaftstheorie: Hermann von Helmholtz und Karl R. Popper, erkenntnistheoretisch verglichen
    Deutsche Zeitschrift für Philosophie 43 (5). 1995.
    Mit seinem Einfluß auf die Entwicklung der Physiologie, Physik und Geometrie ist Hermann von Helmholtz wie kaum ein anderer Wissenschaftler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts repräsentativ für die Naturforschung in Deutschland. Nicht weniger repräsentativ nimmt sich die Entwicklung seiner Wissenschaftsauffassung aus. Während er bis in die späten 60er Jahre einen emphatischen Wahrheitsanspruch der Wissenschaft vertrat, begann er in der nachfolgenden Zeit, die Geltungsbedingungen der wissensc…Read more
    Mit seinem Einfluß auf die Entwicklung der Physiologie, Physik und Geometrie ist Hermann von Helmholtz wie kaum ein anderer Wissenschaftler der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts repräsentativ für die Naturforschung in Deutschland. Nicht weniger repräsentativ nimmt sich die Entwicklung seiner Wissenschaftsauffassung aus. Während er bis in die späten 60er Jahre einen emphatischen Wahrheitsanspruch der Wissenschaft vertrat, begann er in der nachfolgenden Zeit, die Geltungsbedingungen der wissenschaftlichen Erkenntnis einer Relativierung zu unterwerfen, die zusammenfassend als Hypothetisierung bezeichnet werden kann. Helmholtz entwickelte damit schon im vergangenen Jahrhundert Ansätze einer Wissenschaftsauffassung , die in erstaunlichem Umfang in die Richtung der Moderne weisen. Wie nah er späteren Wissenschaftsauffassungen bereits gekommen ist, kann ein Vergleich mit Karl R. Poppers Forschungslogik illustrieren. In seiner Forschungslogik ist die Hypothetisierung der wissenschaftlichen Erkenntnis entschieden weiter vorangeschritten als in Heimholtz' Wissenschaftstheorie. Was sich bei Helmholtz erst vage abzuzeichnen beginnt, ist bei ihm bereits explizit formuliertes Programm geworden. Obwohl HeImholtz und Popper in keiner direkten wissenschaftstheoretischen Entwicklungslinie stehen und Popper sich in seinen Schriften auch nur sehr selten und beiläufig auf Helmholtz bezieht, finden sich dennoch überraschende und bisher nicht beachtete Berührungspunkte, die insbesondere dann hervortreten, wenn man Heimholtz' Wissenschaftsauffassung vor dem Hintergrund von Poppers Forschungslogik betrachtet.
    19th Century German Philosophy, MiscNatureKnowledgePopper, MiscEpistemological Theories, MiscEpistem…Read more
    19th Century German Philosophy, MiscNatureKnowledgePopper, MiscEpistemological Theories, MiscEpistemic ObjectivityEmpiricism, MiscHistory of Science, Misc
  •  1882
    Nihilismus der Transparenz. Grenzen der Medienphilosophie Jean Baudrillards
    In Jan-Hendrik Möller, Jörg Sternagel & Hipper Lenore (eds.), Paradoxalität des Medialen., Fink Verlag. pp. 237-254. 2013.
    Jean Baudrillards Kulturphilosophie läßt sich durch die Behauptung charakterisieren, daß die Medien in der modernen Kultur vorherrschend geworden sind. Seine These, die Medien hätten jeden Bezug zu einer von ihnen unabhängigen Realität verloren, haben zahlreiche Autorinnen und Autoren nihilistisch genannt. Das Zutreffende dieser Kennzeichnung verdankt sich im Wesentlichen einem eingeschränkten, auf das 19. Jahrhundert zurückweisenden Begriff des Nihilismus. Allerdings nimmt Baudrillard auf Phäno…Read more
    Jean Baudrillards Kulturphilosophie läßt sich durch die Behauptung charakterisieren, daß die Medien in der modernen Kultur vorherrschend geworden sind. Seine These, die Medien hätten jeden Bezug zu einer von ihnen unabhängigen Realität verloren, haben zahlreiche Autorinnen und Autoren nihilistisch genannt. Das Zutreffende dieser Kennzeichnung verdankt sich im Wesentlichen einem eingeschränkten, auf das 19. Jahrhundert zurückweisenden Begriff des Nihilismus. Allerdings nimmt Baudrillard auf Phänomene Bezug, die er historisch später verortet und die sich ihrer Struktur nach kategorial von den Funktionen der Medien im 19. Jahrhundert unterscheiden. Es gelingt ihm hierbei nicht, den allgemeinen Realitätsverlust, den er vor allem auf den wachsenden Einfluß von Wissenschaft und Technik im 20. Jahrhundert zurückführt, überzeugend nachzuweisen. Als wolle er diesen Mangel beheben, führt Baudrillard in späteren Schriften weitere Struktureigenschaften der kulturellen Mediendominanz ein. Zu diesen Fortentwicklungen gehört die durch Medienmacht erzeugte „Transparenz“, die nicht zuletzt die restlose Durchsichtigkeit aller Zustände und Prozesse meint. Es ist dieses Merkmal, das Baudrillard 1981 selbst mit einem Nihilismusbegriff in Verbindung bringt. Der Nihilismus der Transparenz beansprucht, das spezifisch Neue der Sinnlosigkeit in zunehmend wissenschafts- und technikbestimmten Gesellschaften zu erfassen. Obwohl sich die Schwächen der Medientheorie in seiner Auffassung des Nihilismus reflektieren, gelingt es ihm, Phänomene der Nichtigkeit zu beschreiben, für die man gute Gründe hat anzunehmen, daß sie sich durch keinen Werte- oder Einstellungswandel mehr aufheben lassen. Um diese Einsicht zu begründen, muß man Baudrillards Medientheorie allerdings gleichsam vom Kopf auf die Füße stellen. Nicht auf einen evidenten, alles umfassenden Realitätsverlust, sondern umgekehrt auf einen Teil der vermutlichen Realitätsgehalte der Medien läßt sich die drohende Ausdehnung der Transparenz zurückführen.
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    Simulation and RealityCultural StudiesAesthetic Representation and Meaning, MiscTransparencyPhilosophy of Technology, MiscJournalism and MediaHistory of Science and TechnologyVirtual RealityMedia
  •  1056
    Werner Heisenberg
    C.H. Beck. 2008.
    Gregor Schiemann führt allgemeinverständlich in das Denken dieses Physikers ein. Thema sind die Erfahrungen und Überlegungen, die Heisenberg zu seinen theoretischen Erkenntnissen geführt haben, die wesentlichen Inhalte dieser Erkenntnisse sowie die Konsequenzen, die er daraus für die Geschichte der Physik und das wissenschaftliche Weltbild gezogen hat. Heisenbergs Vorstellungswelt durchzieht durch ein Spannungsverhältnis, das heute noch das Denken vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler…Read more
    Gregor Schiemann führt allgemeinverständlich in das Denken dieses Physikers ein. Thema sind die Erfahrungen und Überlegungen, die Heisenberg zu seinen theoretischen Erkenntnissen geführt haben, die wesentlichen Inhalte dieser Erkenntnisse sowie die Konsequenzen, die er daraus für die Geschichte der Physik und das wissenschaftliche Weltbild gezogen hat. Heisenbergs Vorstellungswelt durchzieht durch ein Spannungsverhältnis, das heute noch das Denken vieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bewegt. Er ist um ein umfassendes Verständnis der Naturprozesse bemüht, zugleich aber von der Berechenbarkeit und Beherrschbarkeit von Phänomenen auch dann schon fasziniert, wenn die zugrunde liegenden Prozesse erst teilweise verstanden sind. Aus der Geschichte der Physik zieht er die wirkungsreiche Lehre, daß sich die naturwissenschaftliche Erkenntnis nicht kontinuierlich, sondern sprunghaft in Form von Revolutionen entwickelt. Die Reichweite des physikalischen Wissens begrenzt er in einer Schichtentheorie der Welt, nach der die komplexen Phänomene des Lebens nicht allein durch die Wechselwirkungen zwischen ihren Bestandteilen erklärt werden können. Der zunehmenden Technisierung der Welt steht Heisenberg kritisch gegenüber. Seiner Zeit weit voraus, glaubt er, daß die Technisierung der Welt eine epochal neue Stufe erreicht habe, in der der Mensch „nur noch sich selbst“ gegenüberstehe.
    Philosophy of Science, General WorksHistory of PhysicsAtomic and Molecular PhysicsUncertainty Princi…Read more
    Philosophy of Science, General WorksHistory of PhysicsAtomic and Molecular PhysicsUncertainty PrinciplePhilosophy of Technology, MiscQuantum Theories, MiscScientific RevolutionsQuantum Mechanics, MiscPrediction in ScienceScientific Realism
  •  1080
    Überschätzte Phänomenologie - unterschätzte Naturwissenschaft
    Erwägen, Wissen, Ethik 15 196-198. 2004.
    Natural SciencesEdmund HusserlEpistemological Theories, MiscScientific Method, MiscThe Nature of Per…Read more
    Natural SciencesEdmund HusserlEpistemological Theories, MiscScientific Method, MiscThe Nature of Perceptual Experience, Misc
  •  1013
    Langeweile. Auf der Suche nach einem unzeitgemäßen Gefühl. Ein Lesebuch. (edited book)
    with Renate Breuninger
    Campus Verlag. 2015.
    Langeweile wird in dieser Anthologie als Signatur der Moderne lesbar: Sie durchdringt die gegenwärtige Kultur, wird aber nach wie vor weggeschoben, ja tabuisiert. Der Band bietet eine Textauswahl von klassischen Denkern sowie von Autorinnen und Autoren des modernen Diskurses bis heute und stellt den Zusammenhang mit verwandten Phänomenen der Sinnleere und Erschöpfung her. Als zunehmendes Massenphänomen in saturierten Gesellschaften entwickelt die Langeweile eine pathologische Dynamik, wenn ihr n…Read more
    Langeweile wird in dieser Anthologie als Signatur der Moderne lesbar: Sie durchdringt die gegenwärtige Kultur, wird aber nach wie vor weggeschoben, ja tabuisiert. Der Band bietet eine Textauswahl von klassischen Denkern sowie von Autorinnen und Autoren des modernen Diskurses bis heute und stellt den Zusammenhang mit verwandten Phänomenen der Sinnleere und Erschöpfung her. Als zunehmendes Massenphänomen in saturierten Gesellschaften entwickelt die Langeweile eine pathologische Dynamik, wenn ihr nicht ein eigener Raum gelassen wird. Ein Plädoyer für die Anerkennung dieses unvermeidlichen Gefühls. Mit Texten von Blaise Pascal, Immanuel Kant, Arthur Schopenhauer, Søren Kierkegaard, Charles Baudelaire, Friedrich Nietzsche, Georg Simmel, Walter Benjamin, Bertrand Russell, Iwan Gontscharow, Siegfried Kracauer, Emil Cioran, Giacomo Leopardi, Wolf Lepenies, Elizabeth S. Goodstein, Peter Toohey, Martin Doehlemann, Françoise Wemelsfelder und anderen.
    BoredomExistentialism, MiscMartin HeideggerNietzsche: NihilismPhilosophy, Introductions and Antholog…Read more
    BoredomExistentialism, MiscMartin HeideggerNietzsche: NihilismPhilosophy, Introductions and AnthologiesExperience of Temporal PassageTemporal Experience, MiscThe Passage of Time, MiscAspects of Time, Misc
  •  582
    Thematisierung von Nichtwissen: Begrenzung oder Fortsetzung der Verwissenschaftlichung?
    In Überschätzte Phänomenologie - unterschätzte Naturwissenschaft, Lucius&lucius. 2004.
    KnowledgeScientific Progress
  •  1117
    Historische Reflexion als Kritik naturwissenschaftlicher Ontologie. Ernst Machs Kritik an der mechanistischen Auffassung des Energieerhaltungssatzes und ihre Aktualität
    In Julian Nida-Rümelin (ed.), Rationalität, Realismus, Revision. Vorträge des 3. internationalen Kongresses der Gesellschaft für analytische Philosophie vom 15. bis zum 18. September 1997 in München., De Gruyter. 1999.
    Inwieweit vermag sich der ehemalige explanative Erfolg nicht mehr anerkannter Theorien auf die Geltung derjenigen Teilaussagen, die Nachfolgetheorien übernommen haben, zu stützen? Zur Klärung dieser Fragestellung können die Ergebnisse von Machs Untersuchung zur mechanistischen Auffassung des Energieerhaltungssatzes herangezogen werden. Indem er sich in seiner Kritik an den ontologischen Annahmen des Mechanismus auf die Wissenschaftsgeschichte beruft, steht er einer heutigen realismuskritischen …Read more
    Inwieweit vermag sich der ehemalige explanative Erfolg nicht mehr anerkannter Theorien auf die Geltung derjenigen Teilaussagen, die Nachfolgetheorien übernommen haben, zu stützen? Zur Klärung dieser Fragestellung können die Ergebnisse von Machs Untersuchung zur mechanistischen Auffassung des Energieerhaltungssatzes herangezogen werden. Indem er sich in seiner Kritik an den ontologischen Annahmen des Mechanismus auf die Wissenschaftsgeschichte beruft, steht er einer heutigen realismuskritischen Argumentation nahe. Andererseits mißt er den hypothesenfreien Theoriebestandteilen einen Geltungscharakter zu, der in seinem Wahrheitsanspruch durchaus mit einer heutigen realistischen Behauptung theorieübergreifender Bestände der wissenschaftlichen Erkenntnis vergleichbar ist. Daß Mach mit einer quer zur gegenwärtigen Terminologie liegenden Analyse einen Beitrag zur Entschärfung gegenwärtiger Kontroversen leistet, läßt eine erneute Vergegenwärtigung der Schrift von 1872 und den sich daran anschließenden Überlegungen Machs lohnenswert erscheinen.
    Ernst MachClassical MechanicsOntologyRealism and Anti-Realism, Misc19th Century German Philosophy, M…Read more
    Ernst MachClassical MechanicsOntologyRealism and Anti-Realism, Misc19th Century German Philosophy, MiscArguments For and Against Scientific Realism, MiscScientific TruthScientific Realism, MiscEpistemic Objectivity
  •  1086
    Realism in Context: The Examples of Lifeworld and Quantum Physics
    Human Affairs 19 (2): 211-222. 2009.
    Lifeworld realism and quantum-physical realism are taken as experience-dependent conceptions of the world that become objects of explicit reflection when confronted with context-external discourses. After a brief sketch of the two contexts of experience—lifeworld and quantum physics—and their realist interpretations, I will discuss the quantum world from the perspective of lifeworld realism. From this perspective, the quantum world—roughly speaking—has to be either unreal or else constitute a di…Read more
    Lifeworld realism and quantum-physical realism are taken as experience-dependent conceptions of the world that become objects of explicit reflection when confronted with context-external discourses. After a brief sketch of the two contexts of experience—lifeworld and quantum physics—and their realist interpretations, I will discuss the quantum world from the perspective of lifeworld realism. From this perspective, the quantum world—roughly speaking—has to be either unreal or else constitute a different reality. Then, I invert the perspective and examine the lifeworld from the standpoint of quantumphysical realism. This conception of the lifeworld has gained momentum from new research results in recent decades. Despite its experiential basis, quantum-physical realism bears an ambiguity akin to that of lifeworld realism. While the perspectival inversion serves to highlight the problem, it also contributes to an improved understanding of lifeworld-realism.
    Husserl: LifeworldQuantum Mechanics, MiscPerception and PhenomenologyScientific Realism, MiscRealism…Read more
    Husserl: LifeworldQuantum Mechanics, MiscPerception and PhenomenologyScientific Realism, MiscRealism and Anti-Realism, Misc
  •  18
    2. Pluralität zweiter Stufe. Zwei Naturen in zwei Kontexten
    In Natur, Technik, Geist. Kontexte der Natur nach Aristoteles und Descartes in lebensweltlicher und subjektiver Erfahrung., De Gruyter. pp. 349-458. 2005.
    The Nature of Perceptual ExperienceDualism, MiscClassical Greek Philosophy, MiscRené DescartesAncien…Read more
    The Nature of Perceptual ExperienceDualism, MiscClassical Greek Philosophy, MiscRené DescartesAncient Greek and Roman Philosophy, MiscHusserl: LifeworldAristotle, MiscAristotle: Epistemology, MiscAristotle: Metaphysics, MiscAristotle: Natural Science, Misc
  •  871
    Experimental Knowledge and the Theory of Producing it: Hermann von Helmholtz
    In U. Feest & G. Hon (eds.), Generating Experimental Knowledge, Max Planck Institute For the History of Science. 2008.
    Helmholtz's public reflection about the nature of the experiment and its role in the sciences is a historically important description, which also helps to analyze his own works. It is a part of his conception of science and nature, which can be seen as an ideal type of science and its goals. But its historical reach seems to be limited in an important respect. Helmholtz's understanding of experiments is based on the idea that their planning, realization and evaluation lies in the hands of a per…Read more
    Helmholtz's public reflection about the nature of the experiment and its role in the sciences is a historically important description, which also helps to analyze his own works. It is a part of his conception of science and nature, which can be seen as an ideal type of science and its goals. But its historical reach seems to be limited in an important respect. Helmholtz's understanding of experiments is based on the idea that their planning, realization and evaluation lies in the hands of a person or group acting according to decisions of free will. In my opinion this idea is characteristic for the foundation of the experimental method in early modern times, not however for several forms of its present structures. Above all, the increasing technization of producing knowledge reduces the roIe of the subject in conducting experiments. My lecture consists of three parts. In its first part I would like to present a summary of Helmholtz's own theory of experiment and the change of his conception of science and nature. In the second part I would like to discuss three examples of his experimental practice, which were taken in chronological order from three different periods of his work; in the third part I would like to compare the examples with the change of his conception of science and nature.
    Knowledge19th Century German PhilosophyNatural SciencesNatureExperimentation in ScienceEmpiricism, M…Read more
    Knowledge19th Century German PhilosophyNatural SciencesNatureExperimentation in ScienceEmpiricism, MiscScientific Method, MiscHistory of Science, Misc
  •  1201
    Pluralität der Erfahrung als anthropologische Bestimmung
    In Matthias Wunsch (ed.), Von Hegel zur philosophischen Anthropologie, Königshausen & Neumann. 2012.
    Als Vertreter der historischen Anthropologie hat Christoph Wulf die philosophische Anthropologie von Max Scheler, Helmuth Plessner und Arnold Gehlen kritisiert: Mit ihrem Interesse an einer einheitlichen Bestimmung des Menschen entgehe ihr die Pluralität von menschlichen Kulturen. Meiner Auffassung nach stellt diese Kritik für die philosophische Lehre vom Menschen eine Herausforderung dar (1.). Um ihr zu begegnen, möchte ich prüfen, ob Ernst Cassirers Kulturphilosophie die Vielfalt menschlicher …Read more
    Als Vertreter der historischen Anthropologie hat Christoph Wulf die philosophische Anthropologie von Max Scheler, Helmuth Plessner und Arnold Gehlen kritisiert: Mit ihrem Interesse an einer einheitlichen Bestimmung des Menschen entgehe ihr die Pluralität von menschlichen Kulturen. Meiner Auffassung nach stellt diese Kritik für die philosophische Lehre vom Menschen eine Herausforderung dar (1.). Um ihr zu begegnen, möchte ich prüfen, ob Ernst Cassirers Kulturphilosophie die Vielfalt menschlicher Erfahrungsweisen angemessener berücksichtigt. Dass dies nicht in hinreichendem Umfang der Fall ist, lässt sich auf eine bei Cassirer vorherrschende Einheitsorientierung zurückführen, die bezeichnende Berührungspunkte zu Hegels Idealismus aufweist. Der von Kant über Hegel zu Cassirer führende philosophische Diskurs über den Menschen hat zwar der Thematisierung einer irreduziblen Erfahrungspluralität zunehmend Raum verschafft, ist aber zugleich auf eine einheitliche Verfassung des Geistes bezogen geblieben (2.). Will die philosophische Anthropologie der kulturellen Vielfalt gerechter werden, muss sie über Cassirers Ansatz hinausgehen und ihre Fokussierung auf eine die menschliche Welt durchdringende Bestimmung des Geistes weiter abschwächen, wenn nicht sogar aufgeben. Als einen hierfür förderlichen Ausgangspunkt, betrachte ich die Sozialphänomenologie von Alfred Schütz. Sie erlaubt die Begründung einer nicht hierarchisch strukturierten Pluralität der Erfahrung. Im Anschluss an Schütz' Konzeption muss der Philosophie mit ihrem legitimen Interesse an dem Menschen nicht die Vielfalt der Menschen abhanden kommen. Pluralität ist dem Menschen vielmehr als Bestimmung eingeschrieben (3.).
    AnthropologyMax SchelerCultural PluralismErnst CassirerPhilosophy of Mind, MiscPhilosophy of Anthrop…Read more
    AnthropologyMax SchelerCultural PluralismErnst CassirerPhilosophy of Mind, MiscPhilosophy of AnthropologyAlfred SchuetzHegel: IdealismThe Nature of Perceptual Experience, Misc
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