•  88
    Maschinen der Natur
    Drehmomente. 2011.
    In seinem Neuen System (1695) führt Leibniz einen bemerkenswerten Ausdruck ein, in dem sich eine neue Konzeption des Verhältnisses von Natur und Kunst manifestiert. Er wirft den Modernen, die die natürlichen Dinge ganz nach dem Muster künstlicher Maschinen verstanden haben, vor, die natürlichen und künstlichen Dinge auf unangemessene Weise vermengt zu haben. Statt den Modernen aber nun entgegenzuhalten, dass die Dinge der Natur nicht den Charakter von Maschinen haben, führt Leibniz den zu…Read more
  •  35
    Robert Brandom unterscheidet im Anschluss an Heidegger zwischen einer objektivistischen Ontologie (‚Vulgärontologie‘) und einer selbst-reflexiven Form der Ontologie (‚Fundamentalontologie‘), die das ontologische Fragen vertieft und auf sich selbst zurückwendet. Der neuerdings erhobene ontologische Ton in der Philosophie scheint mir problematisch, insofern er im Modus einer objektivistischen Ontologie zu sprechen scheint und grundlegende Seinsarten schlechthin fixiert. Dieser ontologische Ton f…Read more
  •  63
    Paradoxien der Autonomie: Zur Einleitung
    In Thomas Khurana & Christoph Menke (eds.), Paradoxien der Autonomie, August. 2011.
    Der Gedanke, der sich in der modernen Idee der Autonomie verdichtet, ist ein doppelter: Die Figur der Autonomie enthält zugleich eine neue Auffassung von Normativität und eine eigene Konzeption von Freiheit. Dem Gedanken der Autonomie zufolge ist ein Gesetz, das wahrhaft normativ ist, eines, als dessen Urheber wir uns selbst betrachten können; und eine Freiheit, die im vollen Sinne wirklich ist, drückt sich in Gestalt eben solcher selbstgegebener Gesetze aus. Die Idee der Autonomie artikulie…Read more
  •  13
    Das Leben der Form: Praktische Vernunft nach Kant und Hegel
    In Maria Muhle & Christiane Voss (eds.), Black Box Leben, August. 2017.
    The paper investigates the Kantian idea that a rational life is a life of “mere form”—a life in which a “mere form” is the force or spring of action. I start by developing Kant’s practical notion of life—the capacity to be the cause of what one represents. In a second step, I investigate the way in which Kant characterizes a rational life—the capacity to act in accordance with the representation of laws and to determine ourselves by the mere form of a practical rule. In the third section, I poin…Read more
  •  65
    Recht auf Rechte: Zur Naturalisierung und Politisierung subjektiver Rechte
    Rechtsphilosophie – Zeitschrift Für Grundlagen des Rechts 3 (1): 15-30. 2017.
    Der Beitrag geht der These Hannah Arendts nach, dass es nur ein einziges wahres Menschenrecht gebe: das Recht auf Rechte. Er zeichnet zunächst (I) Arendts pragmatische und begründungstheoretische Kritik der Menschenrechte nach, um (II) in einem zweiten Schritt zu untersuchen, inwiefern das von Arendt bezeichnete „Recht auf Rechte“ unsere Berechtigung zugleich politisiert und naturalisiert. Der Beitrag schließt (III) mit der doppelten Frage, inwiefern das von Arendt beschriebene Menschenrecht sel…Read more
  •  101
    Es ist ein aus der Tradition nur zu vertrauter Gedanke, dass sich Mensch und Tier dadurch unterscheiden, dass Menschen im Unterschied zu Tieren wesentlich selbstbewusste Wesen sind. Wenn wir Hegels Naturphilosophie und seine Philosophie des Geistes betrachten, dann ist offensichtlich, dass auch Hegel ganz explizit von einem solchen Kontrast Gebrauch macht: Obwohl tierisches Leben nach Hegels Charakterisierung bereits durch eine basale Form von Subjektivität und Selbstgefühl gekennzeichnet ist, w…Read more
  •  79
    Latenz. 40 Annäherungen an einen Begriff (edited book)
    with Stefanie Diekmann
    Kadmos. 2007.
    »Latenz« bezeichnet als spezifischer Modus des Verborgenseins und der Wirksamkeit aus dem Verborgenen eine ebenso alte wie virulente Figur. Das Wirken des Begriffs selbst jedoch geschieht bezeichnenderweise oft fast unbemerkt und wie aus dem Verborgenen: Nicht nur sucht man vergebens nach einer umfassenden Theorie der Latenz, auch im Einzelnen sind detaillierte Klärungen zur Struktur oder Verwendungsweise der mit Latenz verbundenen Begrifflichkeit die Ausnahme. »Latenz« taucht vielmehr fast aus…Read more
  •  68
    In diesem Buch verbindet Thomas Khurana eine innovative Neubeschreibung des zentralen Konzepts der Psychoanalyse mit wesentlichen Elementen neuerer Theorien des Sozialen. In drei originellen Studien zu Freud, Lacan und Luhmann wird die These vorgestellt, dass sich der Begriff des Unbewussten nur dann in seiner erschließenden Kraft entfalten kann, wenn das Unbewusste nicht mehr substantialistisch verstanden wird.
  •  142
    Von einem Leben der Freiheit zu sprechen hat eine doppelte Bedeutung. Auf der einen Seite legt diese Wendung nahe, dass schon dem Leben das Merkmal der Freiheit zukommt. Zum anderen deutet der Ausdruck darauf hin, dass die Freiheit ein ihr eigenes Leben besitzen mag. In diesem doppelten Genitiv wird so ein Übergang angedeutet von der Freiheit, die dem Leben als solchem zukommt, zu dem eigenen Leben, das die Freiheit führt. Inwiefern aber ist schon das Leben frei und inwiefern besitzt auch die Fr…Read more
  •  85
    Paradoxien der Autonomie (edited book)
    August. 2011.
    Der Gedanke, der sich in der modernen Idee der Autonomie verdichtet, ist ein doppelter: Die Figur der Autonomie enthält zugleich eine neue Auffassung von Normativität und eine eigene Konzeption von Freiheit. Dem Gedanken der Autonomie zufolge ist ein Gesetz, das wahrhaft normativ ist, eines, als dessen Urheber wir uns selbst betrachten können; und eine Freiheit, die im vollen Sinne wirklich ist, drückt sich in Gestalt eben solcher selbstgegebener Gesetze aus. Die Idee der Autonomie artikulie…Read more
  •  82
    Im §4 der Einleitung zu den Grundlinien der Philosophie des Rechts charakterisiert Hegel die Seinsweise, in der das »Reich der verwirklichten Freiheit« gegeben ist, als die einer zweiten Natur. Obwohl Hegel die spezifische Formel von der »zweiten Natur« hier nur noch ein weiteres Mal (GPhR § 151,301) direkt wieder aufnimmt, markiert sie eine ebenso grundlegende wie weitreichende Neubestimmung der Wirklichkeit der Freiheit, die in der zeitgenössischen Diskussion von erheblicher Bedeutung ist. Um…Read more
  •  103
    Der Gedanke, der im Folgenden artikuliert und entfaltet werden soll, besagt, dass Sinn und Gedächtnis in einem internen Zusammenhang stehen. Das heißt näherhin: Sinn ist gedächtnishaft, und Gedächtnis ist nur richtig zu verstehen, wenn es von der zeitlichen Tiefenstruktur des Sinns aus expliziert wird. Die Weise, in der dieser Gedanke ausgeführt und begründet werden soll, ist eine systematische Entwicklung in zwei Zügen: Zum einen gilt es, die basale und implizite Gedächtnishaftigkeit des Sinns …Read more
  •  38
    Der Beitrag zeichnet die Selbstbeschreibung der Theorie Luhmanns als »Supertheorie« nach und macht an ihr kenntlich, inwiefern die Verwiesenheit der Theorie auf andere Beschreibungen und die Uneinholbarkeit der Theorie für sich selbst unterbelichtet und unzureichend entfaltet bleiben (1). Luhmanns Konzeption wird daher Derridas Quasi-Konzept des »theoretical jetty«, des theoretischen Entwurfs, zur Seite gestellt, das es ermöglicht, den Aporien der Selbstbezüglichkeit der Theorie, den resultie…Read more
  •  41
    Prekäre Polemik: Alain Badious Ethik (review)
    Deutsche Zeitschrift für Philosophie 53 (5): 822-825. 2005.
    Der Ton ist scharf und die Kritik beißend, mit der Alain Badiou in seinem Essay Ethik das belegt, was er eine „ethische Ideologie" nennt - eine die westlichen Gesellschaften dominierende Vorstellung vom Ethischen, als deren „philosophische Sub-Struktur" (116) er einen „durchschnittlichen" Kant (19) und eine lose mit Levinas verbundene Ethik der Differenz ausmacht. Dieser „Ideologie" will Badiou antithetisch eine eigene „Ethik der Wahrheiten" entgegensetzen. Die Härte der Kritik ist gewiss deije…Read more
  •  63
    Die zeitlichen Formen des endlichen Verstandes. Sebastian Rödls Kategorien des Zeitlichen (review)
    Deutsche Zeitschrift für Philosophie 56 (3): 460-464. 2008.
    „Daß alle Sätze die Zeit in irgendeiner Weise enthalten, scheint uns zufällig, im Vergleich damit, daß auf alle Sätze die Wahrheitsfunktionen anwendbar sind.“ Die Zeit „schmeckt nach Inhalt“, die Wahrheitsfunktionen hingegen nach „Darstellungsform“. Diese Bemerkung Wittgensteins spiegelt eine Intuition wider, von der sich der überwiegende Teil analytischer Sprachphilosophie leiten lässt. Sebastian Rödl zeigt in seinem Buch, dass diese Intuition fehlgeht und dabei mit einem verengten Versta…Read more
  •  56
    Die geistige Struktur von Leben und das Leben des Geistes
    Hegel-Jahrbuch 2010 (1): 28-33. 2010.
    Das Leben tritt in Hegels Phänomenologie des Geistes an einem äußerst bedeutenden „Wendungspunkt“ auf, an dem das Bewusstsein sich als Selbstbewusstsein erfasst und mithin den Begriff des Geistes gewinnt. Das Leben ist die letzte Gegenstandsform, die dem Bewusstsein gegenüberliegt, bevor es sich selbst als seinen Gegenstand erfasst. Durch diese Schwellenposition wird die Figur des Lebendigen zu einem besonderem Reflexionsmedium für die Struktur des Geistigen: Der Geist tritt im Medium des Lebens…Read more
  •  159
    Form and Formation of Life
    Constellations 18 (1): 6-7. 2011.
    “Life” has become an enigmatic keyword in diverse fields of contemporary philosophy in the past years – from political thought and its reflections on biopolitics to practical philosophy and its recourse to forms of life, to aesthetics and its reflections on the modes of life and liveliness in aesthetic representation. The contributions included in the following special section investigate the peculiar way this keyword functions in a diversity of fields, in order to bring to light the underlying …Read more
  •  290
    Paradoxes of Autonomy: On the Dialectics of Freedom and Normativity
    Symposium: Canadian Journal of Continental Philosophy/Revue canadienne de philosophie continentale 17 (1): 50-74. 2013.
    This paper revisits the concept of autonomy and tries to elucidate the fundamental insight that freedom and law cannot be understood through their opposition, but rather have to be conceived of as conditions of one another. The paper investigates the paradigmatic Kantian formulation of this insight and discusses the diagnosis that the Kantian idea might give rise to a paradox in which autonomy reverts to arbitrariness or heteronomy. The paper argues that the fatal version of the paradox can be d…Read more
  •  160
    Schema und Bild: Kant, Heidegger und das Verhältnis von Repräsentation und Abstraktion
    Zeitschrift für Ästhetik Und Allgemeine Kunstwissenschaft 58 (2): 203-224. 2013.
    The way in which a schema represents something is precisely by abstracting from some of its features; in a schema, representation and abstraction are thus not opposed to each other but rather internally related. The first part of this paper investigates this internal relation by delineating Kant’s concept of schema as the term mediating concept and intuition. Due to its pivotal position, however, the schema tends to collapse either into the conceptual or into the intuitive. The second part of th…Read more
  •  105
    In Plasticity at the Dusk of Writing (Malabou 2010), Catherine Malabou looks back over her earlier intellectual trajectory and attempts to clarify the precise relationship between her own philosophical investigations and the crucial sources on which she has principally drawn, namely Hegelian dialectic, Heidegger’s ‘destruction’ of the history of ontology, and Derrida’s project of deconstruction. In this process, she also undertakes to take a step beyond the complex constellation of these three s…Read more
  •  302
    The Freedom of Life: Hegelian Perspectives (edited book)
    August Verlag. 2013.
    For post-Kantian philosophy, “life” is a transitory concept that relates the realm of nature to the realm of freedom. From this vantage point, the living seems to have the double character of being both already and not yet free: Compared with the external necessity of dead nature, the living already seems to exhibit a basic type of spontaneity and normativity that on the other hand still has to be superseded on the path to the freedom and normativity of spirit. The contributions in the third vol…Read more
  •  166
    Khurana distinguishes different ways in which Derrida’s deconstruction can be understood as an attempt at transforming the transcendental question. Derrida’s essay “Cogito and the History of Madness” might lead us to the assumption that Derrida’s primary interest lies in a move of radicalization: in identifying conditions that are even more fundamental or basic than the conditions of the acts of our theoretical and practical cognition that transcendental philosophy has highlighted. He suggests, …Read more
  •  73
    In his rich and complex narrative of the different routes of Anglo-American philosophy in the past decades, Karl Ameriks diagnoses a recent and growing “interest in the metaphysical side of German philosophy.” What is more, he embraces this “metaphysical turn,” arguing that there is “no responsible way” to approach the merits of the classical German tradition without engaging such metaphysical questions. Since both the content of his diagnosis and his plea for a renewed engagement with ‘metaphys…Read more
  •  72
    For post-Kantian philosophy, “life” is a transitional concept that relates the realm of nature to the realm of freedom. From this vantage point, what is living seems to have the double char- acter of being both already and not yet free: Compared with the external necessity of dead nature, living beings already seem to exhibit a basic type of spontaneity and normativity that on the other hand still has to be superseded on the path to the freedom and normativity of spirit. The origin of this const…Read more
  •  280
    It is, by now, a well-established thesis that one major path that runs from Kant, through Fichte and Schelling, up to Hegel is defined by the conception of freedom as autonomy. It is less known and has been less frequently the object of study that from Kant to Hegel a new idea of life takes shape as well. Even less taken into account is the fact that these two paths from Kant to Hegel might be systematically intertwined. If the notion of life in German Idealism is discussed at all, it has been d…Read more