Können Personen im Wortsinne die Ursache von etwas sein? Wer die Frage bejaht, möge ein Akteurskausalist heißen. Ereigniskausalisten hingegen lassen als Relata der Kausalrelation allein Ereignisse zu. Manche Akteurskausalisten, allen voran Kant und Chisholm, fassen die Verursachung durch Handelnde als eine Kausalität sui generis auf, die der gewöhnlichen Ereigniskausalität gleichberechtigt zur Seite zu stellen sei. Andere Akteurskausalisten, beispielsweise Aristoteles, scheinen lediglich eine li…
Read moreKönnen Personen im Wortsinne die Ursache von etwas sein? Wer die Frage bejaht, möge ein Akteurskausalist heißen. Ereigniskausalisten hingegen lassen als Relata der Kausalrelation allein Ereignisse zu. Manche Akteurskausalisten, allen voran Kant und Chisholm, fassen die Verursachung durch Handelnde als eine Kausalität sui generis auf, die der gewöhnlichen Ereigniskausalität gleichberechtigt zur Seite zu stellen sei. Andere Akteurskausalisten, beispielsweise Aristoteles, scheinen lediglich eine liberalere Auffassung möglicher kausaler Relata zu haben, ohne für Akteure eine besondere Verursachungsart vorzusehen.
Im folgenden möchte ich die Perspektive des Ereigniskausalisten einnehmen und der Frage nachgehen, wie aus dieser Perspektive dem Umstand Rechnung getragen werden kann, daß auch Handlungen mit Verursachungsvorgängen einhergehen. In Handlungssätzen ist typischerweise nicht von zwei Ereignissen die Rede. Können sie gleichwohl ereigniskausalistisch als singuläre Kausalsätze interpretiert werden? Und müßte der Ereigniskausalist nicht einen Weg finden, Handlungssätze in gewöhnliche singuläre Kausalsätze zu transformieren?
* Eine überarbeitete Version dieses Beitrags findet sich G. Keil, HANDELN UND VERURSACHEN, Frankfurt am Main (Klostermann) 2000, 2. Aufl. 2015, 373-383. *