In dieser Arbeit haben wir von Heideggers Seinsdenken her sein Geschichtsdenken nachvollzogen. Es sollte gezeigt werden, daβ Heideggers Geschichtsdenken in der frühen Zeit dergestalt vollzogen wird, daβ es die Geschichte der Ontologie als diejenige der Seinsvergessenheit von der uneigentlichen Geschichtlichkeit des Daseins her erhellt und so die Not-wendigkeit der traditionellen Ontologie aufweist. Sofern die Geschichte der Ontologie als diejenige des Vergessens der ursprünglichen Quellen der On…
Read moreIn dieser Arbeit haben wir von Heideggers Seinsdenken her sein Geschichtsdenken nachvollzogen. Es sollte gezeigt werden, daβ Heideggers Geschichtsdenken in der frühen Zeit dergestalt vollzogen wird, daβ es die Geschichte der Ontologie als diejenige der Seinsvergessenheit von der uneigentlichen Geschichtlichkeit des Daseins her erhellt und so die Not-wendigkeit der traditionellen Ontologie aufweist. Sofern die Geschichte der Ontologie als diejenige des Vergessens der ursprünglichen Quellen der Ontologie gefaβt wird, verkörpert sich innerhalb des Seinsdenkens die eigentliche Geschichtlichkeit als Wiederholung der gewesenen Seinsmöglichkeit des seinsverstehenden Daseins gerade in der aneignenden Wiederholung der ursprünglichen Quellen der Ontologie. Die eigentliche Geschichtlichkeit des Daseins als Vollzug der eigentlichen Existenz ist so eine zweifache Wiederholung, d.h. die Wiederholung der Seinsmöglichkeit des seinsverstehenden Daseins und zugleich die Wiederholung des Ursprungs der Ontologie. Ferner sollte gezeigt werden, daβ Heideggers Geschichtsdenken in der späteren Zeit (seit Beginn der dreiβiger Jahre) dergestalt vollzogen wird, daβ es die Seinsgeschichte als Geschick des Seins von dem Sein als Ereignis bzw. Ge-schick her erhellt und so die Not-wendigkeit der Seinsgeschichte aufweist. Das Geschick des Seins gründet im ansichhaltenden Wesensgeschehen des Seins, d.h. in dem Ereignis bzw. dem Ge-schick. Sofern die Seinsgeschichte als dasjenige Geschick des Seins gefaβt wird, das durch den Gegenschwung von Zuruf und Entwurf geschieht, verkörpert sich innerhalb des Seinsdenkens die eigentliche Geschichtlichkeit als Wiederholung der gewesenen Seinsmöglichkeit des in die Wahrheit des Seins hereinstehenden Daseins gerade in der andenkend-vordenkenden Wiederholung des währenden Ursprungs der Seinsgeschichte. Auch hier zeigt sich die eigentliche Geschichtlichkeit zweifach, d.h. als die Wiederholung der Seinsmöglichkeit des in die Wahrheit des Seins hereinstehenden Daseins und zugleich als die Wiederholung des Wesensursprungs der Seinsgeschichte. Das Sein geschieht zwar nicht durch den Menschen, aber mit dem Menschen, der als ereigneter die zugeworfene Wahrheit des Seins entwirft. Aus dem ereignenden Zuruf des Seins ist der Mensch in die Existenz, d.h. in das Innestehen in der Wahrheit des Seins, geschickt. Das Sein selbst verfügt über das ursprüngliche Wesen des Menschen, d.h. die Existenz. Aus dem Sein selbst gewinnt der Mensch zwei Seinsmöglichkeiten: das Entwerfen der zugeworfenen Wahrheit des Seins oder dessen Vergessen. Das Sein selbst ist also der Ursprung der Seinsmöglichkeiten des Menschen. Das Entwerfen der Wahrheit des Seins ist der eigentliche Vollzug der Existenz, der die Wiederholung der gewesenen Seinsmöglichkeit des Menschen bedeutet. Diese Wiederholung geschieht zugleich als die Wiederholung der währenden Möglichkeit des Seins in die Zukünftigkeit des Seins, die als Wiederholung des Ursprungs der Geschichte dem Anfangenlassen der andersanfänglichen Geschichte gleichkommt und somit die Not der Seinsgeschichte wendet. Die eigentliche Geschichtlichkeit des Menschen wird nicht nur im frühen Denken Heideggers, sondern auch in seinem späteren Denken als Wiederholung gedacht. Die Antwort auf die Fragen, wie das Sein ursprünglich geschieht und wie das Seiende (sowohl das daseinsmäβige wie auch das nicht daseinsmäβige Seiende) noch seiender wird, findet sich im Begriff >Wiederholung